
Die Umra kann man das ganze Jahr über vollziehen, anders als die Hadsch mit ihrem festen Termin. Für mich war es eine spirituelle Reise, die ich mit Freunden und Geschwistern aus der Al Manar Stiftung und der Muhajirin Moschee unternommen habe. Hier sind die Riten in der Reihenfolge, in der sie ablaufen, mit den Bittgebeten, die dazugehören.
1. Vorbereitung
Vor der Reise nach Mekka ist die Ganzkörperwaschung (Ghusl) wünschenswert. Dazu gehört das Parfümieren von Körper, Kopf und Bart, bevor der Zustand des Ihram beginnt. Das ist eine Sunnah des Propheten Muhammad, sallallahu alayhi wa sallam, wie in mehreren Hadithen überliefert.
2. Eintritt in den Ihram
Am Miqat, dem festgelegten Punkt auf dem Weg nach Mekka, legen die Pilger den Ihram an und fassen die Absicht (Niyyah) zur Umra mit den Worten „Labbaika Allahumma Umrah” (Hier bin ich, o Allah, um die Umra zu vollziehen).

3. Talbiyah
Nach der Absicht wird die Talbiyah häufig wiederholt, „Labbaika Allahumma labbaik”. Sie ist Ausdruck der Hingabe und bereitet innerlich auf die kommenden Riten vor. Dazu kommen Dhikr und die Bitte um Vergebung.
4. Tawaf, die siebenfache Umrundung der Kaaba

Der Tawaf beginnt am Schwarzen Stein (Hajar al-Aswad). Die Pilger sagen „Bismillah, Allahu Akbar” und küssen den Stein oder weisen auf ihn, wenn sie zu weit entfernt sind. Danach umrunden sie die Kaaba siebenmal gegen den Uhrzeigersinn, jede Runde heißt Shawt. Für Männer ist es Sunnah, in den ersten drei Runden zügig zu gehen (Raml).
Während des Tawaf gibt es kein festes Gebet, empfohlen wird zwischen der jemenitischen Ecke und dem Schwarzen Stein „Rabbana atina fid-dunya hasanatan wa fil-akhirati hasanatan wa qina adhaban-nar” (Unser Herr, gib uns im Diesseits Gutes und im Jenseits Gutes und schütze uns vor der Strafe des Feuers). Nach den sieben Runden beten die Pilger zwei Rak’ahs hinter dem Maqam Ibrahim, oder an einem anderen Ort, wenn es zu voll ist.
5. Maqam Ibrahim
Nach dem Tawaf folgt das Gebet hinter der Station des Propheten Ibrahim, auch aus der Ferne, wenn nötig.
6. Sa’i, der Lauf zwischen Safa und Marwa
Der Sa’i beginnt am Hügel Safa mit dem Vers „Gewiss, As-Safa und Al-Marwa gehören zu den Kultstätten Allahs” (Sure Al-Baqarah 158). Die Pilger laufen siebenmal zwischen Safa und Marwa, in der markierten Senke gehen Männer schneller. Das erinnert an Hajar, die Mutter des Propheten Ismail, die hier auf der Suche nach Wasser für ihr Kind hin und her lief.
7. Abschluss
Zum Schluss schneiden Männer ihr Haar kurz oder rasieren es, Frauen kürzen eine kleine Strähne. Damit ist die Umra vollzogen.
Über die Riten hinaus ist die Umra vor allem eines, eine Gelegenheit für persönliche Bittgebete und für das Nachdenken über das eigene Leben. Genau das habe ich aus Mekka mitgenommen.