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Eine kurze Geschichte der Typografie, von Old Style bis Modern

Schrift ist Technik und Handwerk zugleich. Wer einmal verstanden hat, wie sich Druckschriften über die Jahrhunderte verändert haben, sieht Texte mit anderen Augen. Die klassische Einteilung läuft über drei Stufen, Old Style, Transitional und Modern.

Old Style

Die ältesten Druckschriften orientieren sich an der Bewegung der Feder. Der Kontrast zwischen dicken und dünnen Linien ist gering, die Achse der Rundungen liegt schräg, so wie eine Hand sie natürlich zieht. Serifen sind weich angesetzt und abgerundet. Schriften wie Garamond gehören hierher. Sie wirken ruhig, lesbar und warm, weshalb man sie bis heute gern für lange Texte verwendet.

Transitional

Im 18. Jahrhundert wird der Stich präziser, der Druck besser. Der Kontrast zwischen den Strichen nimmt zu, die Achse richtet sich auf, die Formen werden klarer und etwas kühler. Baskerville steht für diese Übergangszeit, daher der Name. Die Schrift ist ein Schritt weg von der Handbewegung und hin zur Konstruktion.

Modern

Ende des 18. Jahrhunderts treiben Schriftgestalter wie Didot und Bodoni den Kontrast auf die Spitze. Dicke Grundstriche treffen auf hauchdünne Haarlinien, die Serifen sind fein und stehen im rechten Winkel. Das Ergebnis ist elegant und plakativ, eignet sich gut für Überschriften und weniger für lange Fließtexte.

Warum das hilft

Wer diese drei Stufen kennt, trifft bessere Entscheidungen. Eine Old Style für den Mengentext, eine Modern für den großen Auftritt. Die Geschichte der Schrift steckt im Detail, im Kontrast, in der Achse, in der Form der Serife.

Den Anstoß für diesen Beitrag gab seinerzeit ein kurzer Animationsfilm, der genau diese Entwicklung in fünf Minuten erklärt hat. Die Grundlagen sind geblieben, auch wenn der Link von damals längst Geschichte ist.


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