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Karfreitag 2022: Frieden auf Erden, Gerechtigkeit für alle

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Interreligiöse Friedensandacht am Karfreitag 2022

السلام عليكم ورحمة الله وبركاته

Sehr geehrte abrahamitische Geschwister, sehr geehrte Freunde aus dem interreligiösen Dialog.

Wir stehen hier und erinnern gemeinsam daran, dass Gott uns auffordert, seine Schöpfung zu bewahren.

„Und stiftet kein Unheil auf der Erde, nachdem sie in Ordnung gebracht worden ist, und ruft Ihn in Furcht und Hoffnung an. Wahrlich, Allahs Barmherzigkeit ist denen nahe, die Gutes tun.” (Sure 7,56)

Dies ist kein gemeinsames Gebet, denn bei aller Nähe in vielen Themen bleiben Christentum und Islam zwei verschiedene Religionen. Dies ist eine gemeinsame Friedensandacht, eine Erinnerung an die gemeinsame Botschaft, an die gemeinsame Ethik aller Religionen. Wie zwei erwachsene Geschwister kann man friedlich an einem Tisch sitzen und dieselben Werte teilen, auch wenn man unterschiedlichen Wegen folgt und manchmal verschiedener Meinung ist.

Wir sind nicht hier, um zu polarisieren oder Unterschiede hervorzuheben. Wir sind nicht in einer Talkshow, die ein Buch bewerben oder Wählerstimmen gewinnen will. Wir sind hier, um zum Frieden aufzurufen. Lasst uns unsere unterschiedlichen Ansichten beiseiteschieben und uns gemeinsam daran erinnern, die Schöpfung zu bewahren.

Ich muss nicht erklären, wie schrecklich Kriege sind und wie schwer es ist, Frieden zu stiften. Bringen wir es auf den Punkt. Krieg ist das Böse, Frieden ist das Gute.

„Ihr gebietet das Rechte und verbietet das Verwerfliche und glaubt an Allah.” (Sure Al Imran, 3,110)

Gemeinsame Friedensandacht in St. Georg

Zum Schluss möchte ich uns alle daran erinnern, ukrainische Geflüchtete genauso herzlich zu empfangen wie unsere syrischen oder afghanischen Geschwister, unabhängig von ihrer Religion. Mein Appell an die Mehrheitsgesellschaft, legt nicht zweierlei Maß an. Nur weil ein Mensch einem vermeintlich näher steht, darf man einen anderen nicht abweisen, der dringend um Hilfe bittet.

Ich hatte diese Woche einen Fall von zwei tunesischen Studenten, die in Charkiw studierten. Die Schweriner Behörden wollten sie trotz gültiger Papiere im Eiltempo abschieben. Erst durch das Eingreifen der Zivilgesellschaft konnte das verhindert werden, und plötzlich waren Heimleitung und Behörde einsichtig und die Papiere eindeutig. Solch ein Unrecht ist skandalös, und leider Alltag.

Das Rechte gebieten und das Unrecht verhindern, das möchte ich euch als muslimischer Vertreter mitgeben. Sonst verlassen wir nicht nur den Pfad Gottes, wir landen in Ungerechtigkeit und im Chaos.

Abschließendes Gebet, sinngemäß. O Gott, lass deinen Frieden alle deine Gesandten und rechtschaffenen Diener erreichen. O Gott, du bist der Friede, von dir kommt der Friede. Gib, dass wir im Frieden leben. Und alles Lob gebührt Allah, dem Herrn der Welten.


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